TRADITIONEN

Seit der Koch gestorben ist, mache ich TRADITIONell am Weihnachtstag-Spätnachmittag/abend eine groooße Wanderung mit Pepe. Erklimme Hügel, überquere Felder und Täler. Wald und Himmel gehören mir allein.

Schaue hinab auf die Menschheit die sich an ihren Lichtern, Essen und Geschenken labt und fühle mich als was Besseres.

Jo. Blöd, awwer so isses – ich brauchs halt, um mich abzuheben vom Familien-TRADITIONs-Gewäsch.

Ich gönns Euch trotzdem. 😉

Und dieses Jahr begleitete mich der fast volle Moon.

In diesem Sinne für die nächsten Tage viel und gute FullMoonSoup! Ich muss schaffe gehn.

2015-12-24 18.29.20

 

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Liebe Freundin,

du hast mir auch einen Schweissausbruch verschafft. Kannst ja nix dafür… 🙂

Du hast wundervoll-tolleschöne Fotos von Eurem Urlaub eingestellt… wirklich… diese Farben und Du siehst gut aus… nicht ganz so richtig nach Sonne, Urlaub, Meer und Leben .. aber doch gut. Und ich erwische mich dabei, wie ich mich nicht freuen kann. Und schäme mich dafür – aber das ändert auch nichts.

Es geht mir nicht schlecht – meine Arbeit ist toll. Mit der Kollegin komme ich sehr gut klar. Ich verdiene in dem Job meine festen Kosten und nebenher habe ich ab und zu Aufträge –  wenn ich keine habe – wie diesen und letzten Monat, krebse ich sehr darum, aber ich hungere nicht mehr, wie noch vor einem Jahr. Leisten kann ich mir aber irgendwie auch nichts.

„Nichts“… was ist das? Ich habe Essen, ich kann es mir leisten, ab und zu ein Glas Wein oder ein Bier, manchmal sogar einen Whiskey zu genießen. Ich habe tolle Nachbarn, ohne die ich hier in der Bronx verloren wäre und oft nicht wüsste wie ich das mit dem Hund regeln soll. Ich habe meine Fern-Beziehung – aber immerhin Beziehung. Und zwar richtig schön und gut tuend. Wenn er hierher kommt, bleibt er sehr lange, kocht toll und erledigt viel für mich, was ich ohne Auto einfach nicht hin kriege.

Ich benötige Halb- und Turnschuhe. Die alten fleddern auseinander. Klamotten kann ich mir nur von der Nothilfe „leisten“. Ich habe 8 Unterhosen und 3 BHs. Meine gute Sonnenbrille ist letztens kaputt gegangen. Ich benötige unbedingt eine Gleitsichtbrille, eine Klobürste, einen Schuhlöffel und ein Bett, ein richtiges. Seit ich das komplette Schlafzimmer verkauft habe, um den Umzug von der Stadtmitte in die Bronx zu finanzieren, schlafe ich auf zwei übereinander gelegte Matratzen. Geht doch… das Aufstehen fällt mir noch nicht schwer… bin ja erst 51…. *haha*

UND ICH SCHREIBE DAS NICHT(!), um ein schlechtes Gewissen zu verbreiten. Um „Almosen“ zu empfangen oder um Dir zu sagen, dass es Dir besser geht und Du deswegen ein schlechtes Gewissen haben sollst. NEIN! Geht’s Dir denn besser nur weil Du einen Urlaub finanzieren kannst, den Du wahrscheinlich mindestens zur Hälfte von der einen oder der anderen Oma finanziert bekommen hast? Und wenn ja – WARUM VERAMMT NOCHMAL KANN ICH MICH FÜR EUCH NICHT FREUEN?! Hä?! Versteh ich nicht… Ich weiß es… ich weiß es verdammt nochmal wie schlecht es Euch geht – finanziell, gesundheitlich, job-mäßig und was alles dazu gehört. ICH WEISS ES! Und trotzdem kann ich mich nicht freuen. Ist das nicht schrecklich?!

Ich habe mir in den letzten Jahren angewöhnt frank und frei über meine Situation zu reden. Keine Hand vor den Mund zu nehmen. Nichts zu beschönigen – ehrlich zu sein. Es macht mir nichts aus. Ich schäme mich nicht. Es gibt immer mehr Menschen denen es so geht, die sich nichts leisten können, die arbeiten und arbeiten und wenn sie Urlaub haben von der einen Arbeit irgendwo anders Geld verdienen – so wie ich im Urlaub dolmetsche. Aber manchmal möchte ich gar nix mehr sagen, weil ich allen damit permanent ein schlechtes Gewissen mache. Ich hasse es. Ich erzähle von meiner Situation weil sie ist wie sie ist, wenn ich Geld oder Brot brauche sage ich das! „Die anderen“ sollen kein schlechtes Gewissen bekommen weil es ihnen (scheinbar?) besser geht – aber nachdenken über ihre Situation… mehr genießen, das was sie haben… das wär schön.

Manchmal habe ich einfach genug von den Menschen um mich herum, die es wirklich gut mit mir meinen, und aus einem schlechten Gewissen heraus mir Gutes tun. Schlechtes Gewissen weil es ihnen „gut“ geht. Besser geht wie mir. Besser als wie? Besser finanziell – aber das wissen wir doch schon seit Jahrhunderten, Geld macht doch gar nicht glücklich und schon gar nicht zufriedener… HA – HA – HA… dreimal laut gelacht. Vielleicht in Dichter- und Denkerkreisen oder in der Phantasie-Welt… aber nicht in unserer Gesellschaft.

Also… sag Du es mir… was ist das, dass ich mich nicht freuen kann über Eure Urlaubsfotos? Über Euren Urlaub?

Meine Therapeutin sagte mal, als ich erzählte, dass ich ein „Überlebens-Paket“ von einer ehemaligen Kollegin geschickt bekommen habe und es zwei Tage zugepackt stehen ließ, um es dann emotionslos zu öffnen, dass ich „emotional erschöpft“ sei. Soso… da ist was dran. Damals. Und heute? Immer noch? Oder ist es Neid?

Aggression ist es oft. Und Selbstverständlichkeit noch „öfterer“; aber das ist ein anderes Thema… für heute soll genug sein.

Lass Dich umarmen. Trotz alledem. ♥

Ich denke darüber nach…

… wie es wäre, wenn ich genügend Kohle hätte, ob ich mir dann Hormone verschreiben lassen würde, DAMIT DIESE SCHWITZWELLEN-DEPRI-AGGRO-MINUTEN-KOTZEDESTODES-SCHEISSE aufhört!!!!

Würde ich?

Kotze.

Ich leben (wieder) gerne.

Aber in diesen paar Minuten tagsüber … mein Gott… da könnte ich zur Mörderin werden. Aaaaber… ich komm damit klar… was hab ich nicht schon alles gepackt, ey… wär doch gelacht.

Zwei Möglichkeiten gibt es:

  1. ich nehme Hormone und alles wird gut (TOOOTLACH)
  2. beim nächsten „Anfall“ SCHLAGE ICH UM MICH! LASSE MEINEN AGGRESSIONEN VOLLEN LAUF UND SCHLAGE ALLES UND JEDEN KURZ UND KLEIN DER SICH UNGLÜCKLICHERWEISE IN MEINER NÄHE BEFINDET UND SCHREIE MIR DIE SEELE AUS DEM LEIB! JAWOLL!

Naja… is ja schon gut… ich nehme Möglichkeit Nr. 3 und werde es wohl aushalten.

ich im nachtgewand während eines ausbruches schlimmer wie ein vulkan